Alles zum Thema Hypertermie und Hitzetod
1. Transport der Wärme vom Körperkern zur Körperoberfläche mit dem Blut
2. Abgabe der Wärme von der Körperoberfläche an die Umgebung
Die Gefahr beginnt schon im April:
Warum ist die Wärme gefährlich für Hunde?
Hunde transpirieren nicht wie wir Menschen über di Haut. Der Hund hat nahezu keine Schweißdrüsen. Wärme kann er nur durch seine Zunge (hecheln) und durch seine Fußsohlen abführen. Ein Hund kann keine allzu hohen Temperaturen vertragen. Wenn die Körpertemperatur nur um 5 Grad Celsius steigt, wird das Blut zähflüssig wodurch die Organe und das Hirn nicht genügend Sauerstoff erhalten. Das kann schnell zum Koma und bis zum Tod führen.
Der geringe Luftraum im Auto macht dem Tier die Wärmeabgabe durch Hecheln unmöglich. Bei fortschreitender Hitzebelastung kann ein Hund den Hitzetod durch Kreislaufzusammenbruch erleiden.
Für die Abgabe der überschüssigen Wärme stehen verschiedene physikalische Mechanismen zur Verfügung
Bei geöffneter Maulhöhle und herabhängender Zunge atmet der Hund vorwiegend über die Nase ein und das Maul aus. Die Atemfrequenz steigt auf 130 – 400 Züge/Minute (Normalwert 40 Züge/Minute) und die Atemtiefe wird herabgesetzt. Die Atemtätigkeit wird also über die Bedürfnisse des Gasaustauschs hinaus gesteigert.
Beim Hecheln verdunstet Wasser über die Schleimhäute des Maules, des Rachens, der Luftröhre und der Lunge sowie die abgegebene Atemluft. Die Verdunstung von einem Liter Wasser entzieht dem Körper ca. 2430 kJ, die notwendige Wärmeabgabe wird also von einem erheblichen Wasserverlust begleitet.
Der Hund benötigt demnach im Sommer sehr viel mehr Wasser als im Winter. Der durchschnittliche Wasserbedarf eines Hundes liegt bei 80-90 ml/kg KG/Tag, im Sommer kann er auf das Doppelte ansteigen. Das sehr funktionstüchtige System der Thermoregulation des Hundes kann nun durch extreme Temperaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, fehlende Luftzirkulation und Überanstrengung gestört werden.
Eine besondere Gefahrensituation stellt der Aufenthalt des Hundes im Auto dar. In der prallen Sonne entwickeln sich hier sehr schnell Brutschranktemperaturen, die es dem Hund unmöglich machen eine wirksame Thermoregulation zu betreiben.
Daraus resultiert eine allgemeine Überhitzung des Tieres, deren Folge der lebensbedrohliche Hitzschlag, d.h. „Überhitzung des Gehirns“ ist. Es handelt sich hierbei um einen absoluten Notfall, da akute Lebensgefahr besteht. Der Hund hechelt angestrengt und zeigt einen starren, ängstlichen Augenausdruck. Bald fällt das Tier in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Die Körpertemperatur und der Puls sind deutlich erhöht, die Hautgefäße treten stark hervor und die Schleimhäute verfärben sich durch den Sauerstoffmangel blau. Häufig werden Erbrechen und Muskelkrämpfe beobachtet.
Eine Außentemperatur von 20°C reicht bereits, um einen Hund in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Da Hunde nicht schwitzen können, reduzieren sie ihren Wärmehaushalt durch Hecheln. Den dabei entstehenden Wasserverlust können die Tiere nur durch Trinken wieder ausgleichen. Wenn der Hund dazu keine Möglichkeit hat, treten nacheinander die verschiedenen Stadien der Überhitzung ein.